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jaxxxweck@web.de am 04.05.2011


Online-Ratgeber Großmembranmikrofone
Was ist ein Kondensatormikrofon ?

 

Wenn wir den Signalverlauf bei einer Aufnahme betrachten, dann steht am Anfang der Übertragungskette im Normalfall das Mikrofon. Mikrofone formen Schallwellen zunächst in mechanische Schwingungen, dann in elektrische Schwingungen um. Zu diesem Zweck besitzt jedes Mikrofon eine Membran, die von den Luftbewegungen des jeweiligen akustischen Ereignis in mechanische Schwingungen versetzt wird. Schließlich werden mit einem Wandler die Membranschwingungen in elektrische Schwingungen umwandelt.

Die Membran eines Kondensatormikrofons ist eine elektrisch leitende (mit Gold bedampfte) Folie die im winzigen Abstand vor einer massiven Metallscheibe angebracht als Elektrode vor einer Gegenelektrode angebracht wird. Der Abstand der beiden Elektroden beträgt ca. 5-50 µm und bildet einen Kondensator. Vielleicht erinnern sie sich an den Physikunterricht: Ein Kondensator ist nichts Anderes als zwei Metallplatten, die sich gegenüberstehen. Ein solcher Kondensator kann eine kleine Menge Energie speichern. Diese Speicherfähigkeit nennt man Kapazität. Sie hängt nicht nur von der Größe ab sondern auch davon ab, wie nahe sich die beiden Metallplatten sind. Zurück zur Kondensatorkapsel: Treffen nun Schallwellen auf die goldbedampfte Membran, bewegt sich diese minimal im Rhythmus der Schallwellen. Durch die Bewegung der Membran im Schallfeld erfährt der Kondensator eine ständige, dem akustischen Signal entsprechende Kapazitätsveränderung. Das Elegante am Funktionsprinzip des Kondensatormikros ist, dass nur ganz wenig Masse bewegt wird. Die hauchdünne golbedampfte Membran wiegt ja so gut wie gar nichts. Und deshalb kann die Membran auch wirklich sehr genau den Schwingungen folgen – anders als die viel schwerere und damit trägere Membran eines dynamischen Mikrofons.

Kondensatorkapsel


Kondensatormikrofonkapsel in Doppelgradientenbauweise mit umschaltbarer Charakteristik (Neumann U48)

Um ein verwendbares Signal zu erhalten, muss die Kapazitätsänderung der Kapsel in eine Spannungsänderung umgeformt und verstärkt werden. Durch eine elektronische Schaltung im Inneren des Mikrofons wird hieraus eine elektrische Wechselspannung erzeugt, die der Struktur des ursprünglichen Signals genau entspricht. Die so gewonnenen Signale sind sehr schwach, so daß Kondensatormikrofone einen Verstärker benötigen, der aus technischen Gründen im Mikrofon untergebracht wird. Kondensatorenmikrofone benötigen daher immer eine Spannungsversorgung, die entweder mit dem Audiosignal zusammen über das Anschlußkabel (s.a. Phantomspeisung) oder durch eingebaute Batterien erfolgt.

Eine Ausnahme machen Röhrenmikrofone: Bis auf ganz wenige Exemplare benötigen diese ein spezielles (mitgeliefertes) Speisenetzteil, denn ein Röhrenmikrofon hat einen höheren Stromverbrauch als Transistormodelle und benötigt sehr hohe Betriebsspannungen.

Für ein Kondensatormikrofon darf man aufgrund des hohen Fertigungsaufwandes grundsätzlich mehr Geld ausgeben, als für ein dynamisches Mikrofon.

Erfunden wurde das Kondensatormikrofon übrigens von Georg Neumann, dem Gründer der nach ihm benannten Firma. Interessant ist, dass schon seine ersten Mikrofone aus den 1930er Jahren so gut waren, dass man auch heute noch Aufnahmen damit machen könnte. Wie gut müssen da erst die heutigen Modelle sein!

 

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Inhaltsverzeichnis:

[Inhalt] [Was ist ein Kondensatormikrofon ?] [Elektret-Kondensatormikrofone] [Große und kleine Membranen] [Transistor oder Röhre?] [Trafosymmetriert oder übertragerlos?] [Richtcharakteristiken] [Zusatzausstattung] [Technische Daten] [Kurzum: Worauf achten?] [Häufig gestellte Fragen (FAQ)] [Fazit] [Unsere aktuellen Angebote] [Feedback]