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Online Ratgeber Mobile Rekorder
Handheld-Recorder

 
Diese Gerätegattung erlebt zurzeit einen ungeheuren Boom. Kein Wunder, denn sie führt das Thema „mobiles Aufnehmen“ in ganz neue, erfreulich platzsparende Dimensionen. Aktuelle digitale Handheld-Rekorder sind kaum größer als eine Zigarettenschachtel, zeichnen mit ihren eingebauten Mikrofonen bis zu vier Spuren sogar in Surround auf, können von MP3 bis WAV unterschiedlichste Formate speichern wie lesen, sind recht robust und lassen sich in der Regel einfach bedienen.

Zoom H2

ZOOM H2

Die Ausstattung der Handhelds ist im Großen und Ganzen identisch: Neben den bereits erwähnten integrierten Mikrofonen gibt es Anschlüsse für externe Exemplare und eine Line-Quelle sowie einen Kopfhörerausgang. Ebenfalls bei allen aktuellen Geräten vorhanden ist ein USB-Port zur Datenübertragung vom und zum PC.

Übrigens: Nicht in allen Handheld-Rekorder, auf denen USB 2.0 steht, steckt auch die volle 2.0-Power. Einige günstige Geräte arbeiten stattdessen nur mit der einfachen Geschwindigkeit von 12 MBit/s. Wer es in so einem Fall gerne etwas flotter hätte, muss zu einem externen Kartenleser greifen, der aber auch nicht mehr die Welt kostet.

Da die kleinen Überall-Rekorder oft in Windeseile einsatzbereit sein müssen, besitzen sie in der Regel einen zuschaltbaren Limiter, der versehentliches Übersteuern verhindert. Ebenfalls nicht unüblich ist ein „Trittschallfilter“, auch Low-Cut-Filter genannt, der tieffrequentes Rumpeln im Zaum halten soll, wie es etwa durch einen Tritt gegen ein Mikrofonstativ oder durch Hantieren am Gerät selbst oder der Unterlage leicht entstehen kann.

Als Datenspeicher haben sich SD(HC) Cards durchgesetzt, in seltenen Fällen finden auch CompactFlash-Karten Verwendung. Meist gehört zum Lieferumfang eine kleine Speicherkarte dazu, wir raten jedoch dazu, sich zusätzlich eine schnelle SD-Karte mit 16 GByte Speicherplatz (bitte Datenblatt beachten) anzuschaffen, darauf passen gut und gerne 1.440 Stereominuten in CD-Qualität (etwa 24 Stunden). Wählen Sie die höchste Audioauflösung (meistens 24 Bit/96 kHz), verbleiben immerhin noch 8 Stunden Aufnahmezeit. Moderne Festplatten bieten natürlich noch mehr Kapazität, erzeugen aber unter Umständen störende Laufgeräusche und sind erheblich anfälliger gegen mechanische Beanspruchungen. Eine SD Card hingegen arbeitet absolut geräuschlos, und es ist ihr völlig egal, ob Sie sie auf den Boden werfen oder nicht. Außerdem reicht selbst eine SD-Card mit „nur“ 8 GB locker für ausgiebige Aufnahmesitzungen aus. Sollte dennoch der Platz knapp werden: Speicherkarten sind in Sekunden gewechselt und lassen sich selbst im halben Dutzend problemlos in Portemonnaie oder Brieftasche transportieren.

Achten Sie beim Kauf auf die Datentransferrate der Speicherkarte, hier gibt es eklatante Unterschiede (von 1,5 bis 20 Megabyte pro Sekunde!), die sich auch im Preis niederschlagen. Wie Sie sich denken können, sind die Günstigen nicht die Schnellsten. Während Sie die Schreibgeschwindigkeit im Prinzip vernachlässigen können – selbst bei einer Auflösung von 24 Bit und 96 kHz fällt pro Stereosekunde nur ein halbes Megabyte an –, entscheidet die Lesegeschwindigkeit, wie lange es später dauert, die Aufnahmen zur Nachbearbeitung oder Archivierung in den PC zu übertragen.

Die Stromversorgung im mobilen Betrieb übernehmen bei den meisten Rekordern zwei handelsübliche 1,2- beziehungsweise 1,5-Volt-Batterien. Umwelt- und budgetschonender ist der Einsatz moderner Akkus, die inzwischen ihre Alkaline-Kollegen sogar im Durchhaltevermögen gelegentlich übertreffen. Zu bedenken ist indes, dass Sie – anders als bei iPod & Co. – diese Akkus meistens nicht im Gerät laden können, sondern nur in einer externen Ladestation.

Einige Hersteller liefern ihre Handhelds mit Akkus aus, die sich direkt im Gerät bei Verwendung des Netzteils oder bestehender USB-Verbindung laden lassen. Achten Sie in diesem Fall aber darauf, ob Sie diese Akkus schnell und günstig in jedem Elektromarkt oder zur Not auch durch Batterien an der Tanke ersetzen können. Denn nach Murphys Regelwerk gehen Batterien beziehungsweise Akkus immer am Wochenende, nach Ladenschluss oder unter anderweitig ungünstigen Bedingungen zur Neige – wenn nicht gar kaputt. Exotenakkus bedeuten in solchen Situationen: Pech gehabt, keine Aufnahme. Hinzu kommt, dass herstellereigene Lösungen in der Regel teurer sind als Standardware.

Neben dieser Grundausstattung bieten einige Geräte musikertypische Funktionen wie Stimmgerät oder Drumcomputer. Wenn Sie Ihren Handheld-Rekorder auch als mobilen Ideenspeicher für Songs einsetzen möchten, können solche Spielereien durchaus sinnvoll und inspirierend sein. Zusätzlich zu den analogen Audioanschlüssen finden Sie bei manchen Modellen zudem digitale Exemplare, die Sie aber nur in sehr seltenen Fällen benötigen: Den Datentransfer zum Computer übernimmt ohnehin auf digitalem Wege die USB-Schnittstelle (oder ein Card Reader), und für das digitale Übertragen von Audiodaten in einen Mobilrekorder gibt es nur einige wenige Anwendungsbeispiele. Schon sinnvoller dürfte für das Gros der Anwender die Fähigkeit einiger Handhelds sein, sich auch als USB-Audiointerface für Computer einsetzen zu lassen.

Handheld-Rekorder bevölkern zumeist das Preissegment von 100 – 400 Euro. Nehmen Sie einfach mal ein Gerät der unteren und eines der oberen Kategorie in die Hand und spielen sie einen Moment mit den Bedienelementen. Selbst als blutiger Laie werden Sie sofort feststellen, dass das teurere Gerät wesentlich hochwertiger verarbeitet ist: Die Taster sehen besser aus, geben ein eindeutiges mechanisches Feedback, ob man getroffen hat oder nicht, und auch die Schalter wirken weit weniger fragil. Teurere Rekorder besitzen zudem oft ein größeres, leichter ablesbares sowie detailliertes Display – ein nicht zu unterschätzender Vorteil in hektischen Situationen oder bei schlechten Lichtverhältnissen.

In den oberen Preiskategorien dürfen Sie außerdem davon ausgehen, dass der Hersteller bessere elektronische Bauteile und auch Mikrofone verbaut hat, was unter anderem eine höhere Aufnahmequalität verspricht. Bedenken Sie aber bitte, dass gerade beim mobilen Recording die jeweilige Aufnahmesituation und Ihr Geschick als Aufnahmeleiter eine weit größere Rolle spielen werden, als einige zusätzliche auf dem Papier notierte Dezibel Rauschabstand oder Kilohertz beim Frequenzgang. Diese Vorteile werden Sie lediglich unter günstigen Bedingungen hörbar nutzen können, etwa mit einem optimal positionierten Rekorder in einem akustisch hervorragenden Raum. Wenn Sie sich vor Augen führen, dass selbst zwei preiswerte (nicht billige!), externe Mikrofone gut 100 Euro kosten und Sie für Markenware aus deutscher Manufaktur gut das Zehnfache und mehr hinlegen können, bekommen Sie eine ungefähre Vorstellung davon, mit welcher Mikrofonqualität Sie in einem 400-Euro-Rekorder rechnen können.

Das soll jedoch keinesfalls bedeuten, dass mit Handhelds keine guten Aufnahmen möglich sind. Ganz im Gegenteil, die Ergebnisse sind oft verblüffend. Nur sollten Sie sich darüber im Klaren sein, dass ein Gerät dieser Kategorie eben kein Ersatz für ein ausgemessenes Stereopärchen Studiomikrofone und einen sehr guten Mikrofonverstärker sein kann – wie sie fürs mobile Aufnehmen aber auch nur in seltenen Fällen vonnöten sind.

An dieser Stelle noch ein wichtiger Hinweis für alle, die ihren Handheld auch mit externen Mikrofonen benutzen möchten: Erkundigen Sie sich vor dem Kauf des Rekorders, ob und in welcher Form der Recording-Knirps Mikrofone mit Versorgungsspannung beliefern kann – an vielen Geräten lassen sich nämlich professionelle Kondensatormikrofone nicht ohne ein zusätzliches Versorgungsteil andocken, was die Mobilität deutlich reduziert.

Moderne Handheld-Rekorder erfüllen fast alle Eigenschaften einer eierlegenden Wollmilchsau: Sie bieten gute Klangqualität, lassen sich bequem in der Hemdentasche durch die Welt tragen, und auch die Aufnahmezeit gibt dank aktueller Speicherkarten und Akkulaufzeiten keinerlei Anlass zur Kritik. Der enorme Vorteil, nämlich die höchst kompakte Bauform, bringt gleichzeitig auch den größten Nachteil mit sich: Nicht immer lassen sich der Rekorder beziehungsweise die eingebauten Mikrofone in optimale Position zur Aufnahmequelle bringen, und der Einsatz externer Mikrofone ist manchmal – bedingt durch die kleinen Anschlussbuchsen – mit wenig elegantem Adaptergefummel verbunden. Davon abgesehen, sind diese kleinen Portables ideale Überall-Rekorder, die vom persönlichen digitalen Notizbuch bis hin zum Mitschnittgerät von Konzerten oder Bandproben vielfältige Aufgaben souverän meistern.

 
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