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Da SV-1 88 ist ein Instrument für Individualisten, die gerne einfach und direkt an Sounds spielen möchten. Wer keine Klänge als Presets speichern will, kommt auch ohne Bedienungsanleitung aus. Ansonsten muss man sich auch hier einarbeiten und mittels PC-Editor rumwerkeln, was aber relativ einfach und unkompliziert funktionert. Von Korg gibt es die Werkspresets des "neuen" SV-1 als Backup, sowie zwei weitere Soundsets zum Download auf der Korg Homepage. Das Rüberschieben auf das SV-1 geht einfach. Wer eigene Sounds schraubt, kann diese via USB und Editor als Datei speichern und dann Musikerfreunden/Kollegen schicken (sehr kleine Dateien, da nur Parametereinstellungen gespeichert werden). Das ist eine sehr schöne Angelegenheit! Die Verarbeitung ist bis auf 2 kleinere Kratzer (schwarze Taste, und Sound Variation Drehknopf) tadellos. Das Design in Schwarz ist unschlagbar schick und mutet sehr Retro-mäßig an. Dafür alleine sollte Korg einen Design Award bekommen! Hut ab. Die gerasterten Drehregler sind teils sehr schwergängig und robust. Lediglich der Master-Volume Regler ist sehr schwammig und macht einen labilen Eindruck (ausgerechnet!). Das Case ist sehr robust und wird wohl Bühneneinsätze in den nächsten hundert Jahren überstehen. Die Klaviatur ist sehr schön und ebenfalls robust und gehört zum Besten, was der Markt hergibt (da kommen 88er Tastaturen wie die des Akai MPK 88 nicht ran). Das SV-1 hat ein gutes und definiertes Anschlagverhalten (das Gegenteil von schwammig). Für meinen Geschmack ist das Gerät allerdings zu schwer, Fitness-Studio hin oder her. Ob so viel Metall wirklich notwendig ist?? (Roland hat mit seinen PCR-Modellen auch mal leichte und robuste instrumente gebaut). Der Kopfhörerausgang ist sehr gut angeordnet, so daß auch das Kabel nicht stört (zum gemeinsamen Lernen mit Lehrer wäre für Klavierschüler ein weiterer Kopfhöreranschluß auf der rechten Seite hervorragend gewesen). Der Sound ist sehr gut! ABER: (original) Piano-Sounds sind schwach! Was hat Korg da gemacht? Wer an schön gesamplete Steinways gewöhnt ist, wird in der Piano-Section (6 Klangvariationen) herbe enttäuscht! Als Pianist kann man da nur die Hände überm Kopf zusammenschlagen... Die Möglichkeiten, aus den original Klavierklängen eigene variationen (Richtung E-Piano) zu formen sind sehr gut. Hier kann sich der Individualist austoben. Presets in Sachen E-Pianos und Co. sind gelungen und das Formen selbiger macht Spass. Ein Gerät für die Ewigkeit wenn man weiß was man will. Vor allem die XLR Anschlüsse sind wegweisend (und fehlen z.B. bei Clavia). Allen, die gerne original Klavier sounds mögen, sei von diesem Gerät abgeraten! Nachrüsten wie bei Clavia Nord ist nicht. Und da sind wir auch schon bei meiner Empfehlung: Wer wirklich wert auf Flügel oder Upright Piano Klänge legt, sollte unbedingt bei Clavia Nord reingucken. Wenn auch preislich teurer, so bietet doch das angekündigte Nord Electro 4 HP eine gelungene Alternative. Mit mittlerweile unzähligen Klavier- und Flügel Samples zum nachladen bietet Clavia auf seiner Homepage eine unschlagbare Kombination an Klangbildern an. Das Electro 4 HP wird definitiv mein Zweit- bzw. Erst-Stagepiano (Sorry, Korg). Nichts desto trotz bleibt zu sagen, das Korg ein hervorragendes Instrument für den Bühneneinsatz geschaffen hat, v.a. wenn man den Preis bedenkt! Schneller Zugriff, keine Menüs und absolute Kontrolle über alle Parameter sind neben dem Klang seine Stärken.
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