
Übersicht über den Numark IDJ 3
Heute im Amazona Test: zwei Einsteigergeräte der neuen Controller-Serie aus dem Hause Numark. Zum einen die Neuauflage des ersten mit iPhone Dock ausgestatteten DJ-Controllers, dem IDJ 3. Zum anderen der Mixtrack Pro, ein umfangreich ausgestatteter 2 Deck Controller für den Einstieg in das digitale DJ-Leben.
Numark IDJ 3
Der Begriff minimalistisch beschreibt die Bauweise sowie die Austattung des IDJ3 MIDI-Controllers von Numark sehr gut. Eine übersichtliche Benutzeroberfläche, gepaart mit dem nötigsten an Bedienelementen, derer sich ein MIDI-Controller erfreuen kann. Die eingebaute Soundkarte und kompakte Bauweise sind von Vorteil, wenn man mit dem Gerät in einem Club auflegen möchte, da man als DJ schließlich nicht in jedem Club ausreichend Platz vorfindet, um seine Gerätschaften aufzubauen. Das „Zusammenquetschen“ des Equipments entfällt also aufgrund dieser beiden Attribute. Der Aufbau des Controllers ist dementsprechend simpel, genau wie die Installation der mitgelieferten DJ-Software (Virtual DJ), welche den IDJ3 direkt erkennt und mit einem vorhandenen Mapping versorgt.
Verpackung/Lieferumfang
Der IDJ3 ist entsprechend sicher im Karton verpackt und in Styropor umfasst. Der Lieferumfang besteht aus einem USB-Kabel zum Anschluss an einen PC/MAC, einem 6V Transformator sowie Aufbauanleitung und einer LE-Version von Virtual DJ, welche beliebig upgradebar ist.
Verarbeitung
Der komplette Controller besteht aus Plastik, was ihn eher billig und zerbrechlich wirken lässt. Allerdings macht ihn diese Bauweise mit einem Gewicht von 2,95 kg extrem leicht. Die Stromversorgung erfolgt wahlweise über den mitgelieferten 6V Adapter oder über das USB-Kabel, welches den Strom direkt vom Laptop bezieht, was von Vorteil ist, wenn man im DJ-Booth keinen freien Netzstecker mehr zur Verfügung hat.
Die Potis und Fader sind nicht mit der Gehäuseoberseite verschraubt und sitzen wackelig auf den Platinen unter der Abdeckplatte. Der Spielraum ist hier doch ein wenig zu groß. Die Abspieltasten wie Play, Cue, Sync etc. hingegen sind sehr gut in das Gerät eingepasst, jedoch muss man schon sehr viel Druck aufbringen, um diese betätigen zu können. Die berührungsempfindlichen Jogwheels sind einfach zu betätigen und geben einen angenehmen Widerstand beim Scratchen oder Track anpassen.
Der Anschluss für die Kopfhörer befindet sich nicht auf der Bedienoberfläche selbst, sondern vorne zusammen mit dem Mikrofoneingang. Eine gute Lösung, da so das Kabel des Kopfhörers nicht mit den Fadern und Potis in Berührung kommen und das Mixing so nicht behindern kann. Die Anschlüsse für die integrierte Soundkarte sowie USB- und Stromanschlüsse befinden sich im hinteren Teil des Controllers und sind einfach zu erreichen, was den Clubeinsatz des Controllers einfacher macht.

Rückansicht mit Audioausgang und USB-Verbindung
Aufbau
Die Abspieltasten (Play, Cue, Sync & Stutter) befinden sich unter den Jogwheels. Selbstverständlich sind diese für Deck A und Deck B vorhanden. Die Jogwheels stellen gleichzeitig den prozentual gesehen größten Teil des IDJ3 dar. Über den Jogwheels sind die Autoloop Tasten angebracht. Nochmal über diesen befindet sich die Equilaizer Abteilung des Controllers mit einzel mutebaren EQ-bändern. Jedes Deck bietet natürlich auch einen Pitchfader, Pitchbend- sowie Keylock-Button. Dieser Button verhindert den sogenannten Micky Mouse Effekt, sprich der Keylock hält den Track auf der selben Keynote. Der Song verändert sich in seiner Tonhöhe also nicht. Ebenfalls bietet der IDJ3 für jedes Deck einen „Reverse Play“ sowie einen Button, mit dem die Funktion des Jogwheels verändert werden kann.
In der Mitte zwischen den Volumefadern für Deck A und B befindet sich der Fader, dem der IDJ3 wohl seinen Namen verdankt. Mit diesem Fader wird die Lautstärke des iPod/iPhone geregelt, welches im oberen mittleren Teil des Controllers seinen Platz in einem dafür vorgesehenem Dock findet.
Über den Volumefadern befindet sich die Ebene der Cue-Funktionen. Diese wird mit einem Kippschalter geregelt, mit dem man zwischen Deck A und B, iPod/iPhone und dem Masterausgang schalten kann.
Die Load A und Load B Buttons erklären sich von selbst. Mit ihnen werden neue Tracks in die Decks von Virtual DJ geladen. Zu dieser Sektion des IDJ3 gehört auch der Mastervolume-Poti und das Poti zum Einstellen der Kopfhörerlautstärke.
Aufbau des IDJ3 und Funktionen
Wie zu Anfang schon beschrieben, wird dank Virtual DJ direkt ein Mindmapping für den IDJ3 mitgeliefert, welches für eben diesen optimiert ist.
Dank der berührungsempfindlichen Jogwheels hat der DJ mehrere Funktionen zur Verfügung. Zum einen kann mit ihnen gescratcht und zum anderen ein Track an den anderen angepasst werden. Diese Funktionen können per Knopfdruck angewählt werden. Die Wheels sind berührungsempfindlich, was für das Scratchen von Tracks wesentlich ist. Diese Berührungsempfindlichkeit hat Numark schon fast ein wenig zu sehr perfektioniert. Der Track stoppt im Scratchmodus selbst bei der kleinsten Berührung auf dem Jogwheel, was nicht immer von Vorteil ist, falls das Jogwheel nur unabsichtlich berührt wird. Der Widerstand des Jogwheels ist sehr angenehm und ähnlich dem der CDJ Reihe von Pioneer. Kommen wir nun zu den Abspiel- und Mixingfunktionen des Controllers.
Die Play/Pause-, Cue- sowie die Sync-Tasten sind wohl selbsterklärend. Die Tasten sind farbig unterlegt und ändern ihre Farbe, sobald man sie betätigt und so in einen anderen Abspielmodus wechselt. So erkennt der DJ auch bei schwierigen Lichtverhältnissen, die ja nun einmal in einem Club herrschen, direkt in welchem Modus sich der Player gerade befindet. Die Stutter-Taste bedient sich einer sehr interessanten Funktion. Sie speichert die Position des zuletzt gesetzten Cue-Punktes im angewählten Deck. Beim Drücken der Taste startet die Wiedergabe ab diesem Punkt. Anders als beim Drücken der Cuetaste, spielt der Player beim Drücken der Stutter-Taste den Track weiter und stoppt nicht beim Loslassen, wie es bei der Cue-Funktion üblich ist. Diese Funktion kann der DJ quasi als kleinen „Live-Sampler“ im Programm nutzen und so zum Beispiel Acapellas in seine Sets samplen.
Die Autoloop-Tasten sind auch bereits im MIDI-Mapping von Virtual DJ vorprogrammiert. Beim Drücken der „Autoloop1“-Taste erstellt VDJ einen 1/4 Loop, beim Drücken von „Autoloop2“ wird ein 2/4 Loop erstellt. Dies geschieht mit einem 3/4 Loop beim Drücken von „Autoloop3“ und einem ganzen Takt (4/4 Loop) beim Drücken von „Autoloop4“.
Quasi „on top“ des Controllers befinden sich die Equilaizerbänder, welche nebeneinander angeordnet sind, von links (Bass) nach rechts (Höhen). Unter jedem Band befindet sich ein Knopf, mit dem man die Frequenzweite des Bandes komplett ausschalten kann. Die Anordnung der EQ-sektion ist jedoch unglücklich gewählt, da sie sich komplett von anderen Mischpulten abhebt, welche ihre Equilaizer untereinander angeordnet haben. Der standardmäßige Pitchfader erlaubt es, einen Track im Bereich von +/-12% in seiner Geschwindigkeit zu beeinflussen. Um den eben beschrieben Micky Mouse Effekt zu vermeiden, ist von Werk aus der Keylock Button im Gerät eingebaut. Ein kleines verspieltes Gimmick ist der Reverseplay Button, welcher erlaubt, den aktuellen Track rückwärts abzuspielen.
Das Dock im oberen Teil des IDJ3 ist für iPod/iPhone geeignet, jedoch nicht für die neuste Generation iPod oder gar iPhone, was den ersten Kritikpunkt dieser Extrafunktion darstellt. Man kann zwar ein iPhone4 nutzen, es wird auch vom Gerät durch den typischen Apple Sound erkannt, doch leider passt es nicht in die dafür vorhergesehene Halterung. Zwischen Dock und Rückseite des iPhones klafft eine große Lücke (siehe Foto). Diese Lücke sorgt dafür, dass das iPhone im Dock hin und her wackelt. Eigentlich sollte das Gerät jedoch fest darin sitzen, da man zum Abspielen von Musik vom iPod/iPhone eben dieses berühren muss, weil man nicht über den Controller hierauf zugreifen kann. Dieses Wackeln ist für den Zustand des Steckers am Controller ebenfalls nicht gerade förderlich. Es besteht die Gefahr, dass er leicht abbrechen könnte.

Namensgeber des IDJ: das iPhone Dock
Nun direkt zur iPod/iPhone Funktion. Mit ihr können ausschließlich Lieder abgespielt werden, da man auf dem iPod/iPhone nicht die Möglichkeit hat, die BPM der Tracks zu verändern. Eben dies verhindert es, den iPod oder das iPhone direkt mit ins Mixing einzubinden. So avanciert diese Funktion zu einer reinen Abspielfunktion die für das Mixing, welches essentiell für einen DJ ist nicht geeignet ist.
Ebenso fehlt aufgrund der minimalistischen Bauweise des Controllers eine Effektsektion am IDJ3. Man muss die Effekte per Mausklick im Programm selbst ein- und ausschalten, was auf die Dauer schnell lästig wird. Die Effekte können auch nicht über das MIDI-Mapping auf den Controller selber gelegt werden, da das Gerät hierzu nicht genügend Möglichkeiten zur Verfügung stellt.
Numark Mixtrack Pro 2 Deck DJ Controller
Der Numark Mixtrack Pro wird in in robuster Verpackung geliefert, sodass beim Transport ausreichend geschützt ist.

Übersicht über den Numark Mixtrack Pro
Im Lieferumfang des Gerätes befinden sich ein USB-Kabel, um die Verbindung zum Laptop herstellen zu können, ebenso die kostenlose Version von Traktor: Traktor LE. Traktor installieren, mitgeliefertes MIDI-Mapping laden und drauf losmixen! Das Anschließen und Installieren sollte niemanden, der sich ein wenig mit der Materie beschäftigt, vor allzu große Probleme stellen. Der Mixtrack Pro bezieht den benötigten Storm, um das Gerät betreiben zu können, direkt vom Laptop über das mitgelieferte USB-Kabel.
Die eingebaute Soundkarte macht eine externe Soundkarte überflüssig und spart somit an Platz in der DJ-Kanzel. Die Jogwheels sind berührungsempfindlich und einfach zu handhaben. Nach kurzer Eingewöhnungsphase hat der DJ den „Dreh“ schnell heraus und weiß, wie fest er die Wheels anschieben oder bremsen muss, um den gerade laufenden Track anzupassen. Die Anordnung der EQ-Sektion ist der eines Standardmischpultes nachempfunden. Von oben nach unten sind dies der Hi-Eq, Mid-Eq sowie der Eq für den Bassbereich.

Rückansicht: Audioausgänge und USB-Verbindung
Die Position des Masterfaders ist jedoch unglücklich gewählt. Er befindet sich in der Mitte zwischen den Linefadern, welche ständig benutzt werden, um neue Tracks zu mischen. So kann es dann schnell passieren, dass der DJ unbeabsichtigt den Masterfader berührt und so die Gesamtlautstärke ungewollt ändert. Die Abspielfunktionen sind die selben wie schon im Bericht des IDJ3 beschriebenen. Hier findet der DJ die Funktionen Sync, Cue, Play/Pause und Stutter. Stutter erlaubt es dem DJ, live zu samplen, da diese Funktion anders als die Cue-Funktion den Track startet und weiterlaufen lässt und nicht nach Loslassen der Taste die Wiedergabe direkt stoppt. Zudem kommt der Mixtrack Pro mit einer einfach zu bedienenden Loop-Sektion sowie einer schönen und nach kurzer Einarbeitungszeit ebenso einfach zu bedienenden Effektsektion daher. Die Funktionen des Jogwheels können per Knopfdruck verändert werden. Hier kann der Nutzer zwischen Scratch-Modus und einfacher Funktion des Wheels (anschieben/bremsen) entscheiden. Zudem ist wie bei jedem Controller die Keylock-Funktion eingebaut, die es erlaubt, einen Track in seiner Geschwindigkeit zu verändern, ohne dass sich die Tonhöhe des Tracks ändert, also der viel bekannte Mickey Mouse Effekt verhindert wird. Die Vorhörfunktion ist ebenso einfach und leicht zu bedienen. Dem DJ steht es frei, ein Deck alleine zu hören oder (zum Mixing notwendig) beide Decks zusammen.
Das Manko des Controllers ist jedoch genau so eindeutig. Er ist komplett aus Plastik gefertigt und wirkt so wenig ansprechend. Diese Bauweise macht in zwar sehr leicht, jedoch wirkt er schnell „billig“. Womit wir direkt beim Preis angelangt sind. Mit einem Straßenverkaufspreis von 199 Euro zählt der Mixtrack Pro zu den günstigen Controllern. Für diesen Preis bekommt der Einsteiger einiges geboten. Der Profi sollte jedoch sein Augenmerk auf höherklassige Geräte liegen, da ihn die Funktion des Mixtrack Pro schnell einschränken werden.
Fazit
IDJ3
Durch seine einfache Bauweise sowie die wenigen Knöpfe zum Bedienen der Funktionen in Virtual DJ oder einem anderen Programm wie Traktor, ist der IDJ3 eher ein Controller der unteren Mittelklasse. Die Anordnung der Equalizer ist gewöhnungsbedürftig, genau wie das Fehlen der Effektsektion am Controller selbst. Die Vorteile sind sein Gewicht (2,95 kg) und das kinderleichte Anschließen und Installieren des Gerätes sowie die eingebaute Soundkarte, die dem DJ das viele Verkablen und Platz im DJ-Booth spart. Alles in allem ist der IDJ3 eher ein Controller für Einsteiger, die das digitale DJ-Handwerk erlernen wollen. Für Profis scheint er eher ungeeignet, da er nicht ausreichend Funktionen bietet. Der Preis ist in Verbindung mit den mitgelieferten Funktionen gerechtfertigt. Leider passt die neuste I-Generation von Apple nicht richtig in das Dock des IDJ3. Ebenfalls wird von Numark hierzu kein Bumper angeboten, der das Problem beheben könnte.
Mixtrack Pro
Der Mixtrack Pro bietet Einsteigern eine umfangreiche Ausstattung, große Jogwheels und mit Traktor LE eine stabile und gut ausgestattete Software, die außerdem Upgrade-Möglichkeiten bietet. Angesichts des günstigen Preises lässt sich auch über das Plastikfeeling hinwegsehen, der Anschluss ist leicht und man bekommt sogar ein integriertes Audio-Interface. Für Einsteiger ist der Mixtrack Pro auf jeden Fall ein Tipp!
Plus
- IDJ3:
- eingebautes Audiointerface
- mitgelieferte Software
- gute Jogwheels
- einfache Installation
- Mixtrack Pro:
- eingebautes Audiointerface
- Traktor LE im Lieferumfang
- gute Jogwheels
- einfache Installation
Minus
- IDJ3:
- keine Effektsektion
- EQ-Regler gewöhnungsbedürftig positioniert
- Mixtrack Pro:
- Masterfader ungünstig positioniert
